Weitere Ziele neben dem Erhalt des Dampfbetriebes und der historischen Fahrzeuge sind Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sowie der Einsatz für einen umweltverträglichen Verkehr im gesamten Harz.
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Die Schmalspurbahnen im Harz entstanden Ende des vorletzten Jahrhunderts, um den Anschluß dieser Region mit ihren Bodenschätzen, Holzvorkommen und ihrer Kleinindustrie an das wirtschaftlich aufstrebende Deutschland herzustellen und den beginnenden Fremdenverkehr zu fördern.
Am 1. Februar 1993 wurden die Schmalspurbahnen im Harz durch eine kommunale Betreibergesellschaft, die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB), übernommen. Die Gesellschaft wird getragen von 20 Gesellschaftern (den Landkreisen Nordhausen, Quedlinburg und Wernigerode sowie den Kommunen an der Strecke, der Stadt Quedlinburg, der Gemeinde Tanne und der Kurbetriebsgesellschaft Braunlage). Die HSB konnte ihre Zielsetzung, den Erhalt des gesamten Streckennetzes der Schmalspurbahnen im Harz als Touristenattraktion, technisches Denkmal, Nahverkehrsmittel sowie Transportmöglichkeit für den Güterverkehr bisher umsetzen. Dies ist allerdings nur mit finanzieller Unterstützung der Gesellschafter sowie insbesondere der Länder Sachsen-Anhalt und Thüringen möglich. Dazu tragen aber auch die jährlich mehr als 1,1 Mio. Fahrgäste bei, die ihren Fahrpreis entrichten. Insoweit, liebe Eisenbahnfreunde, nutzen Sie die Gelegenheit zu einer Fahrt mit den Schmalspurbahnen im Harz!
Die schwierigen Geländeverhältnisse erzwangen bei den vorhandenen Finanzen den Bau der Strecken in einer Spurweite von 1000 mm (Regelspur: 1435 mm). Unter Verzicht auf aufwendige Brücken- und Tunnelbauwerke entstand eine Bahntrasse mit engen Bögen (Minimalradius: 60 m) und starken Steigungen (max. 1:25). Allein zwischen Steinerne Renne und Drei Annen Hohne gibt es 72 Bögen! Hier liegt auch der einzige Tunnel mit 70 m Länge.



| 1867 | 15.03.1867 Durch den Minister für Handel, Gewerbe und öffentliche Arbeiten "von Itzenplitz" werden dem "Comite´ zur Errichtung einer Eisenbahn zwischen Nordhausen und Wernigerode" erste Vorarbeiten zur Errichtung einer Eisenbahn nebst Anschluss an die Halberstadt-Vienenburger Eisenbahn gestattet. |
| 1887 | Die Gernrode-Harzgeroder Eisenbahngesellschaft (GHE) erhält ihre ersten drei Lokomotiven der Bauart Cn2t. Die Lokomotiven werden unter den Namen "Selke", "Gernrode" und "Harzgerode" in Betrieb genommen. 14.03.1887 Nachdem sich am 10.05.1886 die Bahngesellschaft unter den Namen "Gernrode-Harzgeroder Eisenbahngesellschaft" (GHE) gegründet hat, wurde am 14.03.1887 die Konzession zum Betrieb der GHE veröffentlicht. Da die GHE im ehemaligen Staat Anhalt angelegt wurde, wird sie als Nebenbahn und nicht als Kleinbahn, wie in Preußen üblich, betrieben. 07.08.1887 Am Sonntag, dem 07.08.1887, morgens, verkehrt erstmalig nach nur zehn-monatiger Bauzeit auf dem neueröffneten Streckenabschnitt Gernrode-Mägdesprung der erste offizielle Personenzug mit geladenen Gästen. Die Streckeneröffnung fand unter reger Teilnahme der Bevölkerung statt. Erst ein Jahr später, am 01.07.1888, wird der namensgebene Endbahnhof Harzgerode für den öffentlichen Eisenbahnverkehr freigegeben. |
| 1897 | 11.02.1897 Der Eisenbahnbetrieb auf der neu zu errichtenden Nordhausen-Wernigeroder Eisen-bahn (NWE) wird der Erbauerin der Eisenbahnbau- und Betriebsgesellschaft durch Vertrag auf zehn Jahre (bis 31.03.1909) verpachtet. 28.05.1897 Die erste Malletlokomotive wurde von der Lokomotivfabrik Jung in Jungenthal bei Kirchen/Sieg mit der Fabr.Nr. 258 an die NWE ausgeliefert. Die NWE reihte sie als Lok 11 (heute 99 5901) in ihr entstehendes Nummernschema ein. Noch im gleichen Jahr folgten am 06.09.1897 die Jung-Lokomotiven NWE 12 bis 14. Durch die Güstrower Lokomotivfabrik wurden noch im selben Jahr die Malletlokomotiven NWE 15, 16 und 17 geliefert. Am Freitag, dem 25. Juni 1897, erscheint in der Wernigeröder Zeitung und Intelligenzblatt der erste Abdruck eines Sommerfahrplanes für die Strecke Nordhausen - Netzkater. 23.06.1897 Die Eisenbahnbrücke am Westerntor in Wernigerode wird fertiggestellt. Weitere wichtige Baumaßnahmen, wie z.B. die Fertigstellung des Güterbahnhofes mit Güterschuppen (am heutigen Bahnhof Westerntor) werden ebenfalls beendet. 12.07.1897 Die NWE eröffnet ihren ersten Streckenabschnitt zwischen Nordhausen - Ilfeld für den Personenverkehr. Im laufenden Jahr wird auch der Bau des Bahnhofs abgeschlossen. Der Güterverkehr wird am 07.02.1898 aufgenommen. 03.08.1897 Das Bahnhofsgebäude der Station Signalfichte (heute Drei Annen Hohne) wurde fertig gestellt und seiner zukünftigen Bestimmung übergeben. Im gleichen Jahr wurden die Baumaßnahmen am 60 Meter langen Tunnel, welcher durch den großen Thumkuhlenkopf bergmännisch getrieben wurde, beendet. |
| 1907 | Die Gernrode-Harzgeroder Eisenbahngesellschaft (GHE) erhält ihre ersten drei Lokomotiven der Bauart Cn2t. Die Lokomotiven werden unter den Namen "Selke", "Gernrode" und "Harzgerode" in Betrieb genommen. 14.03.1887 Nachdem sich am 10.05.1886 die Bahngesellschaft unter den Namen "Gernrode-Harzgeroder Eisenbahngesellschaft" (GHE) gegründet hat, wurde am 14.03.1887 die Kon-zession zum Betrieb der GHE veröffentlicht. Da die GHE im ehemaligen Staat Anhalt angelegt wurde, wird sie als Nebenbahn und nicht als Kleinbahn, wie in Preußen üblich, betrieben. 07.08.1887 Am Sonntag, dem 07.08.1887, morgens, verkehrt erstmalig nach nur zehn-monatiger Bauzeit auf dem neueröffneten Streckenabschnitt Gernrode-Mägdesprung der erste offizielle Personenzug mit geladenen Gästen. Die Streckeneröffnung fand unter reger Teilnahme der Bevölkerung statt. Erst ein Jahr später, am 01.07.1888, wird der namengebene Endbahnhof Harzgerode für den öffentlichen Eisenbahnverkehr freigegeben. |
| 1917 | Die von der Lokomotivbau Firma Henschel 1915 gelieferten 1´D1´-Maschinen, Fab.Nr. 13569 und 13570 (NWE 41 + 42) werden an die Lübeck-Büchener Eisenbahn verkauft. 08. + 09.06.1917 Der für die Kriegsindustrie wichtige Gleisanschluss Sorge-Voigtsfelde wird an das Streckennetz der NWE angeschlossen und zum 11. des Monats in Betrieb genommen. 02.10.1917 Im Anschlussgleis Sorge-Voigtsfelde, direkt dem (alten) Bahnhof` Sorge gegenüber, entgleist beim Rangieren der Güterzug 157, bespannt mit der Heeresfeldbahn-Malletlokomotive H.K.19. Die meterspurigen H.K.-Lokomotiven, ähnlich der NWE 31 + 32, werden auf dem Streckennetz der NWE eingefahren und erprobt. |
| 1927 | Die Fürst-Stolberg-Hütte aus Ilsenburg erprobt eine kleine Diesellokomotive auf der NWE. 06.07.1927 Der schwerste Unfall in der Geschichte der Harzquerbahn ereignet sich gegen 15.00 Uhr: Infolge starken Regens wird der Bahndamm an der Thumkuhlental-Brücke unterspült. Der Personenzug 105, bespannt mit der Malletlok NWE 12 sowie vier Personenwagen und einem Packwagen verunglückten. Die Lokomotive, der Packwagen sowie zwei Personenwagen stürzten ab, sechs Menschen sterben. Die Fahrzeuge werden an Ort und Stelle verschrottet Eine öffentliche Trauerfeier zum Gedenken an die Opfer des Eisenbahnunglückes findet am 09.07.1927 auf dem Marktplatz in Wernigerode statt. 09.10.1927 Erster Postflug zum Brocken. Weiterhin erscheint im Laufe des Jahres eine Denkschrift (Machbarkeitsstudie) zur Elektrifizierung der NWE mit ihrer Brockenstrecke. Die zweite Umnummerierung des Fahrzeugbestandes wird durch die NWE durchgeführt. Leihweise kommt die SHE-Lok 51 auf dem Streckennetz der NWE zum Einsatz. |
| 1927 | Die Fürst-Stolberg-Hütte aus Ilsenburg erprobt eine kleine Diesellokomotive auf der NWE. 06.07.1927 Der schwerste Unfall in der Geschichte der Harzquerbahn ereignet sich gegen 15.00 Uhr: Infolge starken Regens wird der Bahndamm an der Thumkuhlental-Brücke unterspült. Der Personenzug 105, bespannt mit der Malletlok NWE 12 sowie vier Personenwagen und einem Packwagen verunglückten. Die Lokomotive, der Packwagen sowie zwei Personenwagen stürzten ab, sechs Menschen sterben. Die Fahrzeuge werden an Ort und Stelle verschrottet Eine öffentliche Trauerfeier zum Gedenken an die Opfer des Eisenbahnunglückes findet am 09.07.1927 auf dem Marktplatz in Wernigerode statt. 09.10.1927 Erster Postflug zum Brocken. Weiterhin erscheint im Laufe des Jahres eine Denkschrift (Machbarkeitsstudie) zur Elektrifizierung der NWE mit ihrer Brockenstrecke. Die zweite Umnummerierung des Fahrzeugbestandes wird durch die NWE durchgeführt. Leihweise kommt die SHE-Lok 51 auf dem Streckennetz der NWE zum Einsatz. |
![]() Foto Sammlung Schweitzer | 1937 | Im Oberharz wird das Brockengebiet mit Brocken, Wurmberg, Achtermann sowie dem Höhenzug Acker zum Naturschutzgebiet mit Urwaldcharakter erklärt. Somit würde das Harzer Naturschutzgebiet, heute Nationalpark Harz, 70 Jahre bestehen. |
| 1947 | Das 2,5 km lange Anschlussgleis von Harzungen (ehemals KZ-Außenstelle) zum Bahnhof Niedersachswerfen Ost wird zurückgebaut. Beginn des Wiederaufbaues der Selketalbahn, die NWE stellt hierfür die Lok Nr. 3 zu Verfügung. 27.04.1947 Die amerikanischen Truppen ziehen ab und verlassen das Brockengebiet - der Brocken sowie weite Teile des Harzes werden für die nächsten 47 Jahre (bis 30.03.1994) durch russische Truppen besetzt. In Absprache mit den sowjetischen und britischen Militärbehörden kommt es auf der Südharzeisenbahn (SHE), zwischen Tanne/Sorge und Brunnenbachsmühle, zur ersten und letzten Fahrt nach Kriegsende. |
| 1957 | Durch die Anlieferung der Neubaulokomotiven werden die Lokbehandlungsanlagen im Bahnhof Wernigerode Westerntor (am sogenannten Langschuppen) zu klein. Daher wird im Laufe des Jahres verstärkt mit der Umspurung der normalspurigen Lokbehandlungsanlagen im Bahnhof Wernigerode begonnen, welche dann im folgenden Jahr abgeschlossen werden kann. 14.02.1957 Die Neubaulokomotive 99 244 wird nach erfolgter Probefahrt zwischen Wernigerode und Drei Annen Hohne durch die Deutsche Reichsbahn in Wernigerode abgenommen. Am 12. und 16. 04.1957 erfolgt die Auslieferung der Neubaulokomotiven 99 247 und 99 246. Weiterhin werden von der stillgelegten Spremberger Stadtbahn die zweiachsigen Lokomotiven 99 5001 und 99 5201 nach Wernigerode umgesetzt. |
![]() Foto (Sammlung Dickhut): Lok 99 5201 im Bereich der Fahrzeugwerkstatt am Bahnhof Wernigerode Westerntor. | 1967 | 28.02.1967 Das Ministerium für Verkehrswesen der DDR erklärt die Harzquer- und Brocken-bahn mit dem Streckenabschnitt Eisfelder Talmühle - Hasselfelde zum technischen Denkmal. Im Laufe des Jahres werden folgende Stationen aufgegeben sowie deren Bedienung eingestellt: Der Haltepunkt Tiefenbachmühle wird nicht mehr bedient, die Holzverladestelle Kälberbruch wird ebenfalls geschlossen. Der Anschluss Krieger (Steinbruch) zwischen Netzkater und Eisfelder Talmühle wird zurückgebaut. Die Einfahrsignale u. Spannwerke des Bahnhofs Niedersachswerfen Ost werden zurückgebaut. Im Laufe des Jahres 1967 wird die älteste Dampflok des Harzes, die 99 5811 (ex. GHE-Lok "Gernrode") im Ausbesserungswerk Görlitz verschrottet. |
| 1977 | 10.03.1977 Nachdem die Zugbremse nicht ordnungsgemäß angeschlossen wurde, verun-glückt die Lok 99 5901 bei Harzgerode und stürzt mit einem Güterzug die Böschung hinunter. 13.03.1977 Infolge eines doppelten Schienenbruches kommt es in der Nähe des Haltepunktes Tiefenbachmühle zu einem Unfall. Die Lokomotive 99 7245 sowie einige Wagen des Personenzuges P 14408 entgleisen und stürzen den Berghang hinunter. 22.04.1977 In einem Sondereinsatz der Zivilverteidigung wird das Stellwerksgebäude der ehemaligen Blockstelle "Drängetal" bis auf die Fundamente abgerissen. 13.07.1977 Der Gleisanschluss zum Steinbruch Knaupsholz wird aufgehoben. Im Jahr 1977 wurden folgende Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt: Der Bahnhof Steinerne Renne wird vom 14.03. bis 06.05.1977 auf Rückfallweichen umgestellt. In Vorbereitung zur Einführung des Funkleitbetriebes werden Funkmessungen durchgeführt. |
| 1987 | 01.01.1987 Durch einen Orkan, welcher in der Nacht vom 01. zum 02.01.1987 tobte, wird der Eisenbahnbetrieb auf dem Streckennetz der Harzquerbahn bis zum 06.01.1987 stark beeinträchtigt. Hunderte von Bäumen behindern zwischen Ilfeld - Eisfelder Talmühle - Bennecken-stein bzw. Stiege den Eisenbahnbetrieb.
07.08.1987 Durch das große Engagement aller beteiligten Eisenbahnerinnen und Eisen-bahner, durch die große Unterstützung der Eisenbahnfreunde, welche im Deutschen Modelleisenbahnverband (DMV) organisiert waren, und auch mit Unterstützung kommunaler Behörden kann die 100-Jahrfeier der Selketalbahn in einem feierlichen Rahmen in Gernrode stattfinden. 04.09.1987 In Erfurt findet der internationale MOROP-Kongreß statt. Dazu verkehren auf der Strecke Nordhausen - Wernigerode extra eingelegte Sonderzüge. Die Malletlok 99 5904 verkehrt mit einem Schmalspurgüterzug, die Lokomotiven 99 162 und 99 6102 werden im Bf Benneckenstein ausgestellt. Oktober 1987 Auf dem Streckenabschnitt Schierke - Brocken wird der Bedarfsgüterverkehr aufgrund der schlechten Gleislage unterbrochen. Die bisher gefahrenen Güterzüge, welche Baustoffe und Betonteile für die Grenztruppen der DDR, Kohle für die Russen sowie Heizöl für die Sendeanlagen des Fernsehfunks transportieren, verkehren mit dem Saisonabschluss 1987 nicht mehr. Die Brockenstrecke gilt nicht als stillgelegt, sondern aufgrund der schlechten Gleislage als nicht befahrbar. |
| 1997 | 01.01.1997 Die HSB präsentiert sich im Internet mit einer eigenen Web-Seite.
05.02.1997 Das Eisenbahnmuseum Benneckenstein e.V. wird unter dem langjährigen Leiter des Bahnhofs, Axel Busse, gegründet. Am 05.07.1997 öffnen sich erstmals die Türen zum ersten Bahnhofsmuseum der Harzquer- und Brockenbahn. 22.05.1997 Der Aufsichtsrat beschließt, die Stelle des Geschäftsführers der HSB neu zu besetzen. Die Aufgaben des Geschäftsführers der HSB werden Matthias Wagener (ehemals Justiziar der Kreisverwaltung Wernigerode) übertragen. 12.07.1997 In den Fahrkartenausgaben der Harzer Schmalspurbahnen vollzieht sich ein grundlegender Wandel. Es wird der elektronische Fahrkartenverkauf eingeführt. 17.11.1997 Die HSB beschließt, für den Güterverkehr neue Rollböcke, System "Vevey", zu beschaffen. Damit eröffnen sich im Güterverkehr neue Möglichkeiten. Die Rollböcke sind luftgebremst und können für nahezu alle Wagengattungen genutzt werden. 31.12.1997 Erstmals in der Geschichte der Brockenbahn fährt ein Zug mit 80 geladenen Gästen zur Silvesterfeier auf den Brocken. |
| 2007 | Jeder Leser kann in der aktuellen und in den letzten Ausgaben der "Harzbahnpost" nachlesen! |