Über den Tellerrand der HSB geschaut

Bernd Peper    Bereits in der letzten Ausgabe der Harzbahnpost wurde von der Überführung der Dampflok 41 096 und dem Ende der "Harzbahn" Goslar - Altenau berichtet.
Um den regionalen Charakter der Zeitung zu festigen, wird künftig weiterhin über Eisenbahnthemen rund um den Harz berichtet. So ist ein Bericht über den "Akkumulator-Triebwagen" der BR 515 und ein weiterer Artikel über Diesellok-Raritäten und Triebwagen im westlichen Harzvorland geplant. Vielleicht schlummert bei dem einen oder anderen Leser noch Berichtenswertes im Archiv. Die Redaktion der "Harzbahnpost" freut sich über zugesandte Manuskripte und Fotos.
Mir fällt so manches ein, von dem ich schon mal gehört habe und gern mehr darüber erfahren möchte.
Vielleicht hat jemand etwas im Archiv zu folgenden Themen:

  • Wendezugbetrieb mit Dampfloks der Baureihe 78 zwischen Goslar und Braunschweig in den 1960er Jahren - davon hat mal ein alter Goslarer Lokführer berichtet
  • eine Beschreibung des Güterverkehrs von Halberstadt nach Wernigerode und Ilsenburg einschließ-lich der zahlreichen Gleisanschlüsse in den 1970er und 1980er Jahren sowie der Dampflok BR 50 und den Diesel-Rangierloks, die von Wernigerode aus eingesetzt wurden
  • der Betrieb von Harzburg nach Eckerthal in den 1950er Jahren bis zur Stilllegung
  • die Lastprobefahrten des ehemaligen AW Braunschweig, die häufig durch das Harzvorland führten
  • die zahlreichen ehemaligen Werksbahnen zu den Erzgruben im Raum Salzgitter. Egal, wo man dort mit dem Auto entlang fährt, es begegnet einem ein alter Bahndamm.
  • Ich kann mich als Kind an russische Kesselwagenzüge mit Mittelpufferkupplung in Oker erinnern, die dort bei der Preussag entladen wurden. Was hatte es mit diesen Zügen auf sich? Wie war die Betriebsabwicklung?

Auch wird künftig aktuell von der "Dampflokgemeinschaft 41 096" DG 41 096) berichtet. Dieser Verein ist mit derzeit ca. 60 Mitgliedern zu klein für die Herausgabe einer eigenen Zeitung, so dass die Mitglieder ebenfalls eine Harzbahnpost erhalten werden.
Für eine Belebung der Sonderfahrten beider Vereine sollen Synergie-Effekte genutzt werden. Beispielsweise ist eine Fahrt mit unserer IG am Samstag durch den Harz und am Sonntag eine Reise mit der DG 41 096 ins Weserbergland denkbar. Es müssen nur die Termine abgestimmt werden.

Aktuelles von der
Dampflokgemeinschaft 41 096

Bernd Peper    Die Dampflok 41 096 musste im Ausbesserungswerk Ceske Velenice zunächst auf die Fertigstellung der aus der Schweiz stammenden Lok 52 221 warten. Im Dezember erfolgte die genaue Begutachtung der Lok, der Umfang der auszuführenden Arbeiten wurde festgelegt.
Leider wird der veranschlagte Angebotspreis um ca. 20 % überschritten, was nicht nur etwas mit einem erhöhten Arbeitsaufwand zu tun hat. Aufgrund des größeren Wirtschaftswachstums in der Tschechischen Republik im Vergleich zur Euro-Zone hat sich der Wechselkurs um ca. 10 % ver-schlechtert. Damit die finanzielle Hürde leichter genommen werden kann, erfolgen möglichst viele Arbeiten vor Ort in Eigenleistung. Dies ist aufgrund der Entfernung kein leichtes Unterfangen. Einige Mitglieder haben schon einen Teil ihres Urlaubs geopfert und sind zum "Arbeitseinsatz" in die Tschechei gefahren. Nach derzeitigem Stand erfolgen bzw. erfolgten folgende Arbeiten in Eigenleistung: Reinigung des Fahrwerks nach dem Ausbau der Achsen, Reparatur der Heizschlange des Ölbehälters, Einbau des Heißdampfreglers einschl. Neubau des Reglergestänges sowie sämtliche Lackierarbeiten. Es ist zu hoffen, dass noch etwas Geld für den Heizwagen übrig bleibt, damit zumindest die Kesselrevision abgeschlossen werden kann. Ein genauer Fertigstellungstermin der Aufarbeitung steht noch nicht fest.
Der Eilzugwagen der Warnetalbahn (WTB) 2271 hat eine Fahrwerksuntersuchung erhalten. Da die Sitzplätze für Sonderfahrten dringend benötigt werden, erfolgen bzw. erfolgten Reparaturarbeiten am Aufbau zwischen den Fahrtagen. Im Einzelnen sind dies Schweißarbeiten an der Langträgerverkleidung, den Türunterkanten, an den Fahrzeug-Kopfenden und an den Dachecken im Einstiegsbereich. Zusätzlich werden die Innenverkleidungen teilerneuert.
Das Umbauwagen-Pärchen WTB 3187/3033 (2 x B3yg) ist mit Revisionsdatum vom 24.11.2007 wieder in den Betriebsdienst zurückgekehrt. Neben der ohnehin erforderlichen Fahrwerksrevision wurden umfangreiche Schweißarbeiten ausgeführt.
Somit stehen jetzt für Sonderfahrten insgesamt 310 Sitzplätze zur Verfügung.
Als weiteres Fahrzeug ist der Wagen WTB 2222 in Arbeit. Dieses Fahrzeug wird zum neuen Buffetwagen umgebaut.
Der alte zweiachsige Buffetwagen erhält keine neue Hauptuntersuchung. Der Lauf dieses Zweiachsers war insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten zu unruhig, auch ein zusätzlicher, straff gekuppelter G-Wagen zum Stabilisieren brachte wenig Linderung.
Am neuen Wagen sind neben der ohnehin fälligen Fahrwerksrevision Schweißarbeiten und Umbauarbeiten im Thekenbereich erforderlich.
Das Beste zum Schluss: Nach 30 Jahren bekommen die Fahrzeuge (jedenfalls ein erster Teil) ein Dach über den Kopf. In Goslar im Gewerbegebiet konnte eine Leichtbau-Zelthalle aus einer Insolvenzmasse erworben werden. Die Halle wurde bereits im Jahr 2006 demontiert. In Klein Mahner erfolgt die Montage der Halle auf 90 cm über Erdboden ragende Fundamente, damit zwei Gleise mit jeweils ca. 50 m nutzbarer Länge + Werkstattbereich Platz haben. Die Halle erhält zunächst wieder die Zeltplanenab-deckung. Ein richtiges Dach und richtige Wände werden sukzessive folgen.
Die Fundamente der Halle sind fertiggestellt, das tragende Stahlgerüst ist gerichtet. Die Pflasterarbeiten in und vor der Halle sind in Arbeit. Die Zeltplane wird bei wärmerer Witterung montiert, da das Zeltmaterial im Winter zu spröde ist.
Auch wenn sicherlich noch nicht jeder der eingesetzten Wagen perfekt restauriert ist, so bewegt sich doch Einiges. Das Ziel ist es, einen Eilzug der Deutschen Bundesbahn aus den 1960er Jahren dar-zustellen. So werden und wurden bereits nicht ins Konzept passende Fahrzeuge veräußert bzw. gegen passende Fahrzeuge eingetauscht oder auch verschrottet.


Foto (Bernd Peper): Das "Gerippe" der Leichtbau-Zelthalle, neu errichtet in Klein Mahner.




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