Neue Sicherungstechnik in Betrieb genommen

Jörg Bauer    In den letzten Monaten hat die Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) eine Reihe von Änderungen und Erweiterungen ihrer Sicherungstechnik vornehmen können. Bereits im letzten Jahr, am 15. Dezember 2006, wurden drei neue automatische Bahnübergangssicherungs-anlagen (BÜSA) in Quedlinburg an der Stresemannstraße, an der Albert-Schweitzer-Straße und am Gernröder Weg in Betrieb genommen. Diese drei Anlagen werden gemeinsam mit der DB Netz AG genutzt (hier verläuft die regelspurige Strecke Wegeleben - Quedlinburg - Thale Hbf parallel zur HSB-Strecke) und ersetzen bisherige mechanische Vollschrankenanlagen. Die Einschaltung der drei BÜSA erfolgt aus Richtung Gernrode (Harz) kommend mittels Schienenkontakt (mit Unwirksamkeitstaste - UT), in Quedlinburg erfolgt die Einschaltung mittels Schlüsseltaste (ET), da hier der Abstand vom Halteplatz im Bahnhof bis zum ersten Bahnübergang, der Stresemannstraße, für eine Einschaltung mit Schienenkontakt nicht hinreichend ist. Vor dem jeweils ersten Bahnübergang befindet sich ein Überwachungssignal für alle drei Bahnübergänge. Alle drei BÜSA verfügen weiterhin über Hilfseinschalttasten (HET), die BÜSA Stresemannstraße zusätzlich über einen Rangierschalter (RS), um Rangierfahrten unproblematisch durchführen zu können.
In der Nacht vom 27. zum 28. Februar 2007 wurde im elektronischen Stellwerk Wernigerode Westerntor die Software getauscht. Dies war notwendig geworden, um die durch den Bau des Altstadtkreisels in Wernigerode eingetretenen Veränderungen auch stellwerksseitig umzusetzen. Damit sind die beiden Bahnübergänge Schlachthofstraße und Ochsenteichstraße nunmehr aus dem Stellwerk entfernt. In diesem Zusammenhang mussten auch mehrere Gleisfreimeldeabschnitte verändert werden. Die entsprechenden Zug- und Rangierfahrstraßen wurden an die neuen Gegebenheiten angepasst. Um die vorhandenen Gleislängen optimal ausnutzen zu können, wurden weiterhin das Zwischensignal 6ZR (zwischen den Bahnhofsteilen Westerntor und Wernigerode) sowie das Zwergsignal 661y (vor der Weiche 30 - Abzweigung zum Bahnhofsteil Spurwechselbahnhof) versetzt. Der Softwarewechsel erfolgte in nun schon bewährter Zusammenarbeit zwischen der Firma Siemens und der Abteilung Leit- und Sicherungstechnik der HSB, so daß am Morgen des 28. Februar mit Nto 8901 7.10 Uhr ab Wernigerode der planmäßige Zugverkehr aufgenommen werden konnte.
Die bisherige Halbschrankenanlage am Posten Schanze (B4 in Ilfeld, Reichsbahnaltanlage) wurde zwischenzeitlich gegen eine neue BÜSA ausgetauscht, diese erfüllt nunmehr auch die Anforderungen der Eisenbahnbau- und -betriebsordnung für Schmalspurbahnen (ESBO) in Verbindung mit der Eisenbahnbau- und -betriebsordnung (EBO) (rotes Standlicht nach Vorankündigung durch gelbes Licht statt rotem Blinklicht im Andreaskreuz). Die Inbetriebnahme der neuen Anlage erfolgte am 10. Mai 2007, nachdem bereits seit dem Abend des 6. Mai die Altanlage außer Betrieb war - bis zur Inbetriebnahme der neuen Anlage erfolgte die Sicherung des Bahnüberganges durch Posten. Die neue Anlage befindet sich wie auch die bisherige unter Deckung der Ein- und Ausfahrsignale (Hp-Abhängigkeit) des Bahnhofs Ilfeld (4F und 4N). Neu verfügt die Anlage über eine Hilfseinschalttaste vor Ort.
Zwei weitere neue BÜSA wurden am 15. Mai 2007 mit Betriebsbeginn in Betrieb genommen. Dies betrifft die Freiheitsstraße in Nordhausen-Krimderode und die Karl-Marx-Straße in Ilfeld. Beide Anlagen sind Hp-abhängig, daher war auch ein Softwarewechsel im elektronischen Stellwerk Niedersachswerfen Ost (Bedienung durch den Zugleiter Nordhausen Nord) in der Nacht vom 14. zum 15. Mai 2007 erforderlich. Die Anlage in Nordhausen-Krimderode befindet sich unter Deckung der dortigen Ein- und Ausfahrsignale (2F und 2N). Für die BÜSA in Ilfeld wurde in Richtung Wernigerode Westerntor neu die Blockstelle Ilfeld Schreiberwiese (Signal 41) geschaffen, die die Anlage deckt, in der Gegenrichtung übernimmt diese Aufgabe das Ausfahrsignal 4P von Ilfeld. Der Softwarewechsel erfolgte hier unter besonders schwierigen Bedingungen, da die nächtliche Betriebspause wesentlich kürzer als in Wernigerode Westerntor ist und in dieser auch noch ein Güterzug gefahren werden mußte. Letzteres erfolgte allerdings mit einer Postensicherung an den Hp-abhängigen BÜSA in Ilfeld und Niedersachs-werfen sowie mit Befehlen zur Vorbeifahrt an den Halt zeigenden Hauptsignalen zwischen Ilfeld und Nordhausen-Krimderode. Aber auch in Nordhausen Nord konnte am 15. Mai mit Nto 8702 um 4.44 Uhr ab Nordhausen Nord der Betrieb planmäßig wieder aufgenommen werden. Die Arbeiten wurden wiederum durch die Firma Siemens in Zusammenarbeit mit der Abteilung Leit- und Sicherungstechnik der HSB durchgeführt.





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