Liebe Leserinnen und Leser,

wir leben in einer Zeit, in der unsere Landesväter über Diätenerhöhungen diskutieren, da es uns allen so schlecht gehtů Im westlichen Teil Sachsen-Anhalts geht es einer Gemeinde, wie sicher vielen anderen auch, scheinbar sehr "Elend". Diese heißt zufällig auch noch so. Haben doch die betreffenden Gemeindevertreter, wie auch die der Stadt Benneckenstein, vor kurzem beschlossen, aus finanziellen Gründen (Anteil 0,1 bzw. 1,0 Prozent) aus der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) auszutreten. Einzigartig: Bis heute hat sich diese Gemeinschaft HSB, kurz nach der Wende zusammengefunden, bewährt, um das Gesamtnetz der Schmalspurbahnen im Harz erhalten zu können als Touristen-attraktion, technisches Denkmal, Nahverkehrsmittel und Transportmittel für den Güterverkehr.

"Da sägen sich die Kommunen langfristig den eigenen Ast ab.", sagt der Sorger Gastwirt Detlef Tronnier (Harzer Volksstimme vom 08.06.2007) und hat scheinbar als Einziger den Sachstand erkannt und trägt die diskutierten Austritte der Oberharzgemeinden aus der HSB mit großer Sorge. Wer weiterhin den großen Kuchen nicht unterstützen möchte, der ist eben schon satt! - Leider! Auf das Wohl der Gemeinde Elend und der Stadt Benneckenstein, die ca. 770 bzw. 7700 Euro jetzt im Jahr mehr im Haushalt haben - für einen Ganzjahresrasenmäher oder vielleicht einen verbogenen Pflasterstein, der einem Touristen nicht gefällt!

Doch halt!: Detlef Tronnier bleibt nicht der Einzige. In der Harzer Volksstimme vom 07.07.2007 äußert sich Thomas Balcerowski, der neue Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion im erst wenige Tage alten Harzkreis: "Austritte des Kreises bei der Schmalspurbahn oder dem Harzer Verkehrsverband dürfe es nicht geben, auch keine Schließung von Theater und Orchester." Das ist ein sehr positives Zeichen und richtet sich sicher auch an die weiteren Gesellschafter der HSB. Es ist aber auch ein Beweis dafür, daß man die Bedeutung der HSB für die Region auch erkennen kann, wenn man nicht Anlieger der Strecke ist - Thomas Balcerowski ist neben Chef der größten Kreistagsfraktion auch Bürgermeister der Stadt Thale.

Fakt ist, das Gefüge Dampfeisenbahn im gesamten Harz wird durch die geplanten Austritte empfindlich gestört!

In der Hoffnung, daß alle anderen Gemeinden bei ihren Entscheidungen nicht so voreilig und kurzsichtig sind und in Elend und Benneckenstein vielleicht doch noch einmal nachgedacht wird, verbleibe ich

mit besten Wünschen




Dirk-Uwe Günther
Vorsitzender
der Interessengemeinschaft "Harzer Schmalspurbahnen" e.V.





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