Nahverkehr noch schmaler


Alexander Arnold    Bei uns "zu Hause" in Nordhausen gehört der Nahverkehr auf schmaler Spur (1000 mm) schon lange zur Normalität. Gerade in den letzten Jahren wurde auch viel zur Steigerung der Attraktivität getan - sei es durch den Einsatz der HSB-Triebwagen zwischen Nordhausen und Ilfeld oder aber auch durch die gerade jetzt in Betrieb genommene Verbindung zwischen Straßenbahn und HSB (siehe Seite ??).
Was lag also näher, als auch mal auf einer anderen Schmalspurbahn im ÖPNV (öffentlicher Personennahverkehr) zu fahren ...
Unsere Wahl fiel auf die Döllnitztalbahn. Im Januar machten sich Alexander Schmidt und ich auf den Weg - auch mit dem "Hintergedanken" dort einmal irgendwann mit der "Jugendbrigade" die recht selten gewordenen Dampfzüge zu nutzen.
Wir fuhren also zunächst mit der DB AG von Nordhausen über Halle nach Leipzig. Da wir bis zu unserem Anschlusszug nach Oschatz einige Zeit hatten, nutzten wir die Gelegenheit, den im Bahnhof Leipzig ausgestellten "Fliegenden Hamburger" zu besichtigen und zu fotografieren.
In Oschatz mussten wir wegen Verspätung des Schmalspurzuges aus Altmügeln leider wiederum warten, ehe wir auf die Spurweite 750 mm wechseln konnten. Die Zeit nutzten wir zur "Erkundung" des Bahnhofes. Viel gab es leider nicht zu sehen - seit der Einstellung des Güterverkehrs ist der Schmalspurteil des Bahnhofes Oschatz leer, nur in einem Schuppen steht noch eine Köf.



Foto (Alexander Arnold): Zug der Döllnitztalbahn im Bahnhof Oschatz - hier wird der überdachte Bahnsteig von der Normalspur (DB AG) und der Schmalspur (Döllnitztalbahn) gemeinsam genutzt.

Unser Zug fuhr dann mit der Diesellok 199 031 und zwei Wagen zunächst mit geringer Geschwindigkeit durch Oschatz. Auch in der ebenen Landschaft außerhalb von Oschatz wurde eine Geschwindigkeit von 20 km/h nicht wesentlich überschritten. In Naundorf erfolgte eine Zugkreuzung - genau so, wie bei der HSB im Bahnhof Goetheweg, d.h., mit einer Weiche und entsprechenden Rangierarbeiten.
In Mügeln stiegen neben uns viele der Hauptnutzer der Döllnitztalbahn aus - Schüler, die den ÖPNV im Schülerverkehr nutzen. Hier hatten wir nun wieder Zeit zur "Erkundung" der Bahnanlagen.
Zu sehen gab es eine Reihe von abgestellten Reisezug- und Packwagen, Schmalspur-Schotterwagen, gedeckte Schmalspur-Güterwagen, Rollwagen, die Dieselloks 199 030 und 199 033 sowie ein über und über mit Graffity beschmierter Triebwagen. Er stammt aus dem Jahr 1955 von der Firma Talbot und hat eine große Ähnlichkeit mit den Talbot-Triebwagen der HSB - kein Wunder, auch die sind Baujahr 1955.
Leider hatten wir danach keine Gelegenheit mehr, Andenken an unseren Ausflug zu kaufen - als wir unsere "Exkursion" über den Bahnhof beendet hatten, war das Info-Büro bereits geschlossen ...
Der Zug von Mügeln nach Altmüglen und dann zurück nach Oschatz war mit der 199 034 bespannt. Von dort aus traten wir mit der DB AG unsere Heimreise an - wieder um einige Erfahrungen und Eindrücke in Sachen "Schmalspurbahn" reicher.



Foto (Alexander Arnold): Der erste Eindruck täuscht - die heutigen HSB-Talbot-Triebwagen sahen dem abgestelltem Talbot-Triebwagen im Bahnhof Mügeln bei ihrer "Geburt" keineswegs ähnlich.
Ursprünglich waren die Türen bei den jetzigen HSB-Triebwagen mittig angeordnet, danach wurden sie mindestens zweimal grundlegend umgebaut - einmal für den Einsatz auf der Inselbahn Langeoog (dort waren die Bahnsteige alle auf einer Seite, so dass die Türen auf der anderen Fahrzeugseite verschlossen wurden ...) und dann für den Einsatz auf der HSB - hier sind wieder Türen auf beiden Seiten erforderlich, anstelle der Falttüren baute man dann aber Schwenkschiebetüren ein.



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